Die Oldenburger Fliege

In meinen ersten Tagen bei der Oldenburgischen Landschaft erzählte eine Kollegin von einem Projekt, das wir finanziell fördern und bei dem Fliegen gezeichnet werden sollen. Fliegen zeichnen?? Das fragten wir uns alle, und ich beschloss dem nachzugehen:

Das Oldenburger Zeichenfestival der Kunstschule organisierte eine Ausstellung, bei der das Publikum mitmachen konnte, ein „Schwarmkunst“-Projekt. Jeder Teilnehmer konnte eine Fliege zeichnen, malen oder ausschneiden und jedes Werk sollte ausgestellt werden (und so einen Fliegen-Schwarm ergeben).

Großartig fand ich das und legte mir den Flyer beiseite. Doch über all die neuen Erfahrungen in der Oldenburgischen Landschaft vergaß ich dies beinahe, und zum 19. Oktober – dem Abgabetermin- war meine Fliege noch nicht gezeichnet.

Traurig kritzelte ich eine Fliege vor mich und erkundigte mich über das Kontaktformular (es war schon spätabends) ob ich meine Fliege vielleicht doch noch einreichen könne…Glücklicherweise war die Abgabefrist verlängert worden! Sofort suchte ich mein Zeichenwerkezug aus früheren, kreativen Tagen hervor, googelte nach Fliegen (Wie sehen die denn im Detail eigentlich aus??), erfuhr dabei noch das eine oder andere über das Tier und stellte am Ende fest, dass meine zuerst nur nebenbei gezeichnete Fliege zwar nicht realitätsnah aussah, ich sie aber am Besten fand, und reichte sie kurzerhand ein.

 

Am 8. Oktober war es dann soweit: Das 5. Oldenburger Zeichenfestival wurde eröffnet. Es war überwältigend, wie viele Zeichnungen von Fliegen eingereicht worden waren, und die Menschen schwirrten zwischen den fast 1.000 Zeichnungen hindurch, bis sie ihre eigenen fanden. Ein Wettbewerb kürte die schönsten Zeichnungen.

Die Zeichnungen wurden im Anschluss digitalisiert, um daraus einen Fliegen-Katalog zu erstellen.

 

9.10.2015