Europa im Oldenburger Land Entdecken

8.11.2017. Vergangenen Sonntag war ich bei der Eröffnung der Wanderausstellung  „Sehnsucht Europa“ in Bremen. Meine Kollegin Jessica Leffers ist die Kuratorin, und ich habe daher gut mitbekommen, wie viel bereits im Vorfeld dieser Ausstellung geschehen ist. Darüber möchte ich hier kurz berichten.

Für das Projekt „Sehnsucht Europa – Zusammenfinden“ haben sich Kulturschaffende und Museen mehrere Monate, teilweise ein ganzes Jahr lang, mit den Spuren des Zusammenlebens beschäftigt. Dabei haben sie beispielsweise Interviews mit Menschen geführt, die eine Fluchtgeschichte hinter sich haben, oder habe sich künstlerisch unterschiedlichen Lebenswelten beschäftigt.

Die Ausstellung zeigt die individuellen Ergebnisse von in Fotografien, historischen Dokumenten, Erinnerungsgegenständen, persönlichen Interviews und künstlerischen Objekten. Foto: Oldenburgische Landschaft
Foto: Oldenburgische Landschaft

Die Arbeitsprozesse und einige Ergebnisse werden in der Wanderausstellung vorgestellt. Dazu gibt es jeweils ein umfangreiches Begleitprogramm. Wanderausstellung deshalb, weil sie durch das Bremer und das Oldenburger Land wandert, vor allem natürlich an den 5 Orten, an denen die Projekte stattgefunden haben:

Bremen

Bereits bei der Ankunft im Hafenmuseum wurde jeder Einzelne begrüßt, indem ihm ein Zitat zum Thema „Ankommen“ vorgelesen wurde. Die Zitate waren auf die Koffer geschrieben und wurden präsentiert von der StelzenSippe Bremen. Foto: Oldenburgische Landschaft

In Bremen haben das Kulturzentrum Schlachthof, der Kulturladen Huchting, Quartier gGmbH und das Kulturhaus Walle /Brodelpott mit Unterstützung von der bremer shakespeare company und steptext dance project zusammen mit vielen unterschiedlichen Menschen durch gemeinsames Theaterspielen, Fotografieren, Tanzen und biografische Interviews Möglichkeiten des Austausches erprobt.

Delmenhorst

Das Nordwestdeutsche Museum für IndustrieKultur Delmenhorst hat im Rahmen des Projekts einen Erfahrungsaustausch von Zeitzeugen und Jugendlichen initiiert und stellt in der Ausstellung persönliche Geschichten von Flucht und Vertreibung vor.

Lohne

Das Industrie Museum Lohne beschäftigt sich mit dem Wandel der alten und neuen Heimat türkischer Arbeitsmigrantinnen und –migranten, die in den 1960er Jahren nach Lohne kamen.

Syke

Das Kreismuseum Syke hat, zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Ganztagsschule Syke, die Einflüsse von Migration im Stadtbild anhand gastronomischer Betriebe und den Wandel der Esskultur untersucht.

Oldenburg

In Oldenburg machten sich junge Geflüchtete zusammen mit slap – social land art project e.V. und dem Landesmuseum Natur und Mensch auf, das „Zuhause in der Fremde“ zu erforschen. Ihre Entdeckungen setzten sie künstlerisch um.

Ziel des Projekts ist es, die Vernetzung zwischen Kultureinrichtungen und zugewanderten Menschen zu fördern und weiteren Kulturakteuren Ideen für eine Zusammenarbeit mit Menschen unterschiedlicher Herkunft zu geben. In den Stationen er Ausstellung wird sehr anschaulich berichtet, wie sich jeder mit Fragen nach einem Zusammenleben in Vielfalt beschäftigt hat. Sie ist damit ein schönes Zeugnis von Kulturbegegnungen im direkten Kontakt.

Die Ausstellung ist zu sehen:

Hafenmuseum Speicher XI in Bremen (5.11.2017-7.1.2018) zum Flyer mit Begleitprogramm

Kreismuseum Syke (21.1.-4.3.2018)

Nordwestdeutsche Museum für IndustrieKultur Delmenhorst  (18.3.-20.5.2018)

Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg (3.6.-5.8.2018)

Industrie Museum Lohne (25.8.-30.9.2018)

Projektträger sind die Oldenburgische Landschaft und die Stadtkultur Bremen e.V.. Gefördert wird das Projekt von der Metropolregion Nordwest und dem Bremer Senator für Kultur.