„Kultur macht stark“ – kurz erklärt

Auf den ersten Blick wirkt das neu aufgelegte Förderprogramm „Kultur macht stark“ (2018-2022) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) recht kompliziert. Im Folgenden versuchen wir, das Prinzip – stark vereinfacht – zu erklären, um Euch den ersten Zugang zu erleichtern:

Das BMBF hat 250 Millionen Euro für Projekte der Kulturellen Bildung bewilligt. Diese Fördergelder vergibt das Ministerium aber nicht selbst, sondern hat 32 Institutionen damit beauftragt. Diese 32 Einrichtungen werden Programmpartner genannt. Alle 32 Programmpartner setzen unterschiedliche Schwerpunkte, sog. Programme und diese sind auf bestimmte künstlerische Sparten spezialisiert. Eine Übersicht der Programmpartner und der zugehörigen Programme findet ihr hier.

Wenn ihr also eine Projektidee im Bereich Musik habt, schaut, welcher Programmpartner ein Programm in dieser künstlerischer Sparte anbietet. Der gewählte Programmpartner wird bei der Antragsstellung Euer zentraler Ansprechpartner sein: Bei ihm reicht ihr Euren Antrag ein, bei ihm ruft ihr die bewilligten Fördermittel ab und der ausgewählte Programmpartner ist es auch, der Eure Projektabrechnung prüft.

Einen Förderantrag bei „Kultur macht stark“ könnt ihr aber nie allein stellen. Es werden immer mindestens zwei Partner benötigt, die Eure Projektidee mit Euch gemeinsam planen, beantragen und durchführen. Bei der Auswahl, bzw. der Suche nach Partnern können unterschiedliche Motivationen im Vordergrund stehen: Eure Partner haben besondere Kenntnisse, technische oder andersartige Möglichkeiten oder Kompetenzen, die ihr alleine nicht hättet; sie haben innovative Ideen oder den direkten Zugang zu der Zielgruppe, die ihr immer schon erreichen wolltet; und vieles mehr… Bitte achtet dabei aber immer darauf, dass ihr Euch vorab intensiv über das angedachte Projekt austauscht, es gemeinschaftlich entwickelt und vor allem, dass ihr Euch sicher seid, gut miteinander arbeiten zu können. Denn nur Letzteres gewährleistet ein gutes und erfolgreiches Projekt, an dem ihr, eure Partner und insbesondere die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen Freude haben!

Ein oftmals wichtiger und in jedem Fall interessanter Partner sind Schulen. Bitte beachtet dabei aber, dass Euer Projekt nicht während der Unterrichtszeit stattfinden und ebenso wenig Unterrichtsinhalte ersetzen darf.

Für die inhaltliche Ausrichtung Eures geplanten Projekts gilt, dass insbesondere sog. benachteiligte Kinder und Jugendliche angesprochen werden sollen. Bei der kreativen Konzeption Eurer Projektidee, die gerne auch künstlerische Sparten überschreiten oder verbinden darf, sind Euch (zumeist) keine Grenzen gesetzt.

Übrigens: Die Bewilligungsquote für Projektanträge bei „Kultur macht stark“ ist erfahrungsgemäß relativ hoch und die Rückmeldungen und Ergebnisse aus den geförderten Projekten der ersten Förderphase zeigen, dass das Bundesprogramm als voller Erfolg gewertet werden kann.

Bitte versteht die hier angeführten Informationen aber wirklich nur als absolute basalen Aufschlag, um das Förderverfahren von „Kultur macht stark“ in Grundzügen darzustellen. Die eingangs genannten Programmpartner spezifizieren ihre eigenen Programme sowohl in der inhaltlichen Ausrichtung, wie auch im Bezug zum Abrechnungsverfahren, der Dokumentationspflicht sowie des jeweils anzusprechenden Klientels (manche Programme wollen explizit mit Kindern arbeiten, andere mit Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, wiederum andere fokussieren sich auf junge Menschen mit Migrationshintergrund und/oder Geflüchtete, usw.).

Und – wie immer: Nehmt unbedingt die Euch zur Verfügung stehenden Beratungsangebote wahr, kontaktiert die Servicestelle „Kultur macht stark“ bei der LKJ, die Beratungsstelle KuBiRegio, sprecht vor der Antragsstellung mit Eurem ausgewählten Programmpartner und lest unsere allgemeinen Infos zur Stellung von Kulturförderanträgen.